Arbeitsbienen

 

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Die Arbeiterin entsteht aus einem befruchteten Ei, das die Königin in eine Arbeiterinnenzelle abgelegt hat. Die Entwicklung der Arbeitsbiene dauert 21 Tage.

Entscheidend für das Entstehen einer Arbeiterin ist ihre Fütterung. Im Gegensatz zur Königinnenmade erhält sie einen anders zusammengesetzten Futtersaft sowie ab dem 3.Tag des Madenstadiums zusätzlich Honig und Pollen. Um den 21.Tag schlüpft die Arbeiterin. Sie ist ca. 12-15 mm lang und wiegt etwa 90-140 mg.

Die Lebensdauer der Arbeiterin ist nicht zuletzt der überaus großen Arbeitsleistung wegen im allgemeinen relativ kurz. Im Sommer erreicht sie höchstens ein Alter von 3-5 Wochen, während die Wintergeneration (im Herbst geboren) 6-8 Monate alt werden kann.

Von der Arbeiterin werden alle für das Bienenvolk wichtigen Arbeiten durchgeführt. Die Zuordnung zu bestimmten Tätigkeiten erfolgt nach dem Alter der Arbeiterin, wobei die Eignung von der jeweiligen alterstypischen Entwicklung abhängt. So sind Wabenbau, Pflege der Brut und der Königin, Verteidigung gegen Eindringlinge und das Sammeln der Vorräte ihre wichtigsten Aufgaben. 

Unmittelbar nach dem Schlüpfen wird die junge Arbeiterin mit Futter versorgt. Ihre erste Tätigkeit ist das Putzen der Zellen als Vorbereitung für die Eiablage der Königin bzw. die Einlagerung von Honig und Pollen. Ab etwa dem 6.Tag übernimmt sie die Fütterung der Brut. Nach 12 Tagen werden sie zu Baubienen, da ab diesem Zeitpunkt ihre Wachsdrüsen ihre Tätigkeit beginnen. Im Alter von ca. 15 Tagen erreicht die Giftwirkung des Stachelapparates ihren höchsten Wert. Je nach Bedarf kann dann jede Biene als Wächterin am Flugloch eingesetzt werden.

Bereits am 5.oder 6.Tag nach dem Schlüpfen wagen sich die jungen Bienen beim so genannten “Vorspiel” ins Freie. Dieses Vorspiel findet an warmen Tagen zwischen 13 und 15 Uhr statt. Die jungen Bienen erkunden dabei die nähere Umgebung des Stockes und unternehmen immer weitere Erkundungsflüge. Dadurch wird ihnen später das Auffinden der Trachtgebiete erleichtert. Als Sammelbiene ab dem 21.Tag hat die Arbeiterin die Aufgabe, Nektar, Honigtau, Pollen, Kittharz (Propolis) und Wasser einzutragen.

Jedoch ist die Arbeitsteilung im Bienenstock kein starres System. Bei Bedarf können einzelne Arbeitsaufgaben übersprungen werden oder neu aufgenommen werden, wie zum Beispiel die Reaktivierung der Wachsdrüsen zum Wabenbau. Bei plötzlich einsetzender Massentracht werden auch oft viele Stockbienen früher zu Sammelbienen (Reservetrupp).

Auf jeden Fall erbringen die Arbeiterinnen erstaunliche Leistungen. Um 1 kg Honig zu erhalten, müssen sie bis zu 3mal soviel Nektar einfliegen. Dafür sind mindestens 50.000 Trachtflüge notwendig, in der Regel jedoch wesentlich mehr. Allein für den Eigenbedarf eines Volkes sind im Jahr 50-60 kg Honig erforderlich.

Verfasser: Wilhelm Krbez, im Mai 2002