Drohnen
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Die Drohnen sind die männlichen Geschlechtstiere im Bienenvolk. Sie haben keine andere Aufgabe als für die Paarung der jungen Königinnen zu sorgen. Sie entwickeln sich aus unbesamten Eiern. Die Entwicklungszeit beträgt 24 Tage. Schon während des Larven- und Puppenstadiums entwickeln sich in den Hoden bis zu 11 Millionen Samenzellen. Die Drohnen werden in der Entwicklungsphase eines vitalen Bienenvolkes, bei guten Tracht und klimatischen Bedingungen, gehegt, bestens gepflegt und reichlich gefüttert. Die Ammen füttern die Drohnen während ihrer ersten Lebenstage ausschließlich mit Honigblaseninhalt. Anschließend folgt eine Periode mit eigener Futteraufnahme aus den Honigzellen. 10-14 Tage nach dem Schlüpfen sind die Drohnen geschlechtsreif.

Die flugfähigen Drohnen verweilen außerhalb ihrer Flugzeiten in Ruhe mit Vorliebe am Rande des Brutnestes. Gegen Mittag bei Temperaturen von 20°-28°C verlässt dann eine nach der anderen den Stock. Während die letzten Drohnen starten, kehren die ersten Drohnen bereits von ihren Erkundungs- oder Trainingsflügen zurück. Der Drohnenflug hält bis ca. 17 Uhr an.

Mit der Begattung der Königin erreicht die Drohne ihren Lebenszweck. Anlässlich der Begattung überträgt die Drohne ihren gesamten Samenvorrat der jungen Königin und stirbt danach. Zur Begattung einer Königin reichen 7-10 Drohnen aus. Gesunde Völker ziehen jährlich während der Sommermonate mehrere hundert Drohnen in 3-4 aufeinander folgenden Generationen auf. Die mittlere Lebensdauer liegt bei 30-40 Tagen.

Eine Drohne ist 15-17 mm lang, ca. 200-260 mg schwer und von gedrungener Gestalt. Diese plumpen Gesellen mit ihrem großen Kopf, der fast nur aus Augen zu bestehen scheint, und ihrem walzenförmigen Hinterleib sind unschwer zu erkennen. Da sie sich an keiner Arbeit im Bienenvolk beteiligen, brauchen sie natürlich weder Futtersaftdrüsen, noch Wachsdrüsen und keine “Sammelbeine“. Sie bestehen hauptsächlich aus den mächtigen Hoden.

Den Drohnen geht das Gefühl der Stockzugehörigkeit ab. Einmal ausgeflogen, kehren sie nicht unbedingt zu ihrem Muttervolk zurück. Sie können ohne Gegenwehr der Wächterbienen beim Nachbarvolk einziehen.

Aufzucht und Pflege der Drohnen widerspiegeln bis zu einem gewissen Grad die Verfassung des Volkes (Trachtergiebigkeit, Vorräte). Bei argem Futtermangel und Disharmonien im Volk kommt es zur Abstoßung der Drohnen und zum Teil zur Aufzehrung der Drohnenbrut. Spätestens am Ende der Sommertracht dulden die Bienen ihre Drohnen als unnütze Fresser und Faulenzer nicht mehr. Die Drohnen werden von den Honigzellen weggedrängt und so geschwächt aus dem Stock gestoßen. Wir nennen dies die „Drohnenschlacht“.

Verfasser: Wilhelm Krbez, im Mai 2002