Junge Arbeitsbienen produzieren in ihren Drüsen
ein Sekret, das zur Ernährung der Maden und später
auch der Weisel (Bienenkönigin) während ihres
ganzen Lebens dient.
Der Futtersaft enthält etwa 18% Eiweiß, 5,5% Fett,
vor allem ungesättigte Fettsäuren, 10-15% Zucker und mehr als 1% Mineralstoffe.
Auffallend ist ein hoher Gehalt an Acetylcholin und Vitaminen, vor allem
B und C, in besonders hohem Maße Pantothensäure und Biopterin.
Es werden zwei Futtersaftsekrete produziert. Das
eine ist weißlich und wird von den jüngeren Ammenbienen etwa vom dritten
Lebenstag an abgegeben, das andere, klare, verfüttern die älteren Ammenbienen
an die älteren Maden.
In den ersten drei Tagen nach dem Schlupf aus dem
Ei bekommen die Maden aller drei Bienenwesen (Königin, Drohn und Arbeitsbiene)
nahezu das gleiche Futter. Danach werden die Weiselmaden während der ganzen
Fresszeit mit dem weißlichen Futtersaft der jüngeren Ammenbienen ernährt.
Dieser Weiselfuttersaft wird auch
Gelee Royal genannt. Er enthält etwa
zehnmal soviel Pantothensäure und Biopterin wie der klare Futtersaft.
Diese wertvollen Inhaltsstoffe sind für die Königin, die ein Leben lang
damit gefüttert wird, von großer Bedeutung, denn sie befähigen sie zu
außergewöhnlicher Leistung. Sie vermag täglich das Doppelte ihrer Körpermasse
an Eiern zu produzieren.
Es liegt nahe, dieses Gelee Royal hinsichtlich
seiner Kräftigung- oder Heilmittelkraft
auch für den Menschen zu nutzen.
Gelee Royal schmeckt etwas säuerlich. Es ist hochkonzentriert
vitamin- und enzymreich, kann daher bei einem Zuviel
beim Menschen zu schweren Schäden führen. Richtig dosiert wird es in der
Geriatrie mit großem Erfolg angewendet, ebenso in der Rekonvaleszenz.
Weiters wird es verschiedenen Kosmetika zugesetzt.
Für 10 dag Weiselfuttersaft werden rund 500 Weiselzellen
benötigt. Den Völkern müssen jederzeit genügend Jungbienen zur Verfügung
stehen, die die Weiselmaden füttern. Durch diese sehr aufwendige Gewinnung
ergibt sich gerechtfertigterweise auch ein relativ hoher Preis für diesen
kostbaren Stoff.