Honig

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Seit Jahrtausenden kennt man den Wert des Honigs. Die Bienen sammeln den Nektar der Blüten und den Honigtau der Pflanzensauger in ihrer Honigblase. Durch Zugabe von zuckerspaltenden Fermenten wird der Rohrzucker des Nektars zum größten Teil in die beiden Einfachzucker, Traubenzucker und Fruchtzucker, gespalten (invertiert).

Im Stock wird der Honigblaseninhalt in den Wabenzellen abgelagert, mehrfach von Zelle zu Zelle umgetragen und mit den körpereigenen Fermenten der Bienen bereichert. Dadurch wird der Honig weiter invertiert und es wird Wasser entzogen. So reift der Zuckersaft zu Honig. 

Ist der Honig reif, wird er mit einem luftundurchlässigen Wachsdeckel verschlossen. Durch das oftmalige "Umtragen" des Honigs in den Zellen entsteht gewöhnlich Mischhonig. Nur wenn weit und breit nichts anderes blüht, kann es reinen Sortenhonig geben.

Geschmack, Duft, Farbe, Konsistenz kennzeichnen die verschiedenen Honigsorten. Honige mit hohem Traubenzuckergehalt kristallisieren rasch, solche mit überwiegendem Fruchtzuckeranteil bleiben lange Zeit flüssig.

Je nach Nektarzusammensetzung sind die Honige von wasserheller bis schwärzlicher Farbe. Alle Honige hellen bei der Kristallisation etwas auf.

Honig besteht zu 70-80% aus Kohlenhydraten, davon etwa 36-39% Traubenzucker (Glukose), 31-34% Fruchtzucker (Fruktose), 8% Rohrzucker (Saccharose) und 2% Mehrfachzuckern. Weiters Inhibine, Acetylcholin, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Vitamine. Außerdem Aminosäuren, ätherische Öle und organische Phosphate.

Honig ist als hochwertiges natürliches Nahrungsmittel wie auch als Heilmittel von Bedeutung. Er ist ein schneller Energiespender, daher auch in Stresssituationen wie im Hochleistungssport sehr wertvoll.

Bei der Wundbehandlung mit Honig erzeugt der starke osmotische Druck des Traubenzuckers eine kräftige Durchblutung der Gewebe. Die Hygroskopizität des Honigs bewirkt das Ausschwemmen von Gewebeflüssigkeit samt Schmutz, Eiter, Bakterien und Bakteriengiften, so dass sich die Wunde überraschend schnell schließt.

Der Fruchtzucker wird in der Leber als Glykogen gespeichert und stellt eine wichtige Reserve der Leber dar. Die Fruktose bewirkt durch Abgabe größerer Mengen Milchsäure und Brenztraubensäure eine Anregung der Herztätigkeit.

Das Acetylcholin beeinflusst das parasympathische Nervensystem. Es beruhigt, senkt den Blutdruck, regt die inneren Organe zur verstärkten Tätigkeit an und kräftigt das Herz.

Die bakteriostatische, zum Teil auch bakterizide Wirkung des Honigs beruht darauf, dass durch Oxidation des Zuckers mit Hilfe des Fermentes Glukoseoxidase (Inhibin) ständig geringe Mengen Wasserstoffperoxid im Honig gebildet werden. Entwicklungshemmend für die Bakterien ist auch das schwachsaure Milieu des Honigs und seine hohe Zuckerkonzentration.

Die medizinische Bedeutung des Honigs beruht vor allem auf dem Zusammenwirken der im Honig vorhandenen verschiedenen Wirkstoffe.

Um 1 kg Honig zu erhalten, müssen die Arbeitsbienen dreimal soviel Nektar einfliegen. Dafür sind mindestens 50.000 Trachtflüge notwendig.